amok halle synagoge.jpg

Auf der Streaming-Plattform Twitch streamte der Täter den Amoklauf live. Auch ein Manifest soll er vorher veröffentlicht haben.

Grausame Erkenntnis zum Amoklauf in Halle

Mittlerweile ist bekannt, dass der Attentäter, der versucht hat am Mittwoch eine Synagoge in Halle anzugreifen, seine Tat live im Internet verbreitete. Die hauptsächlich für Streams von Videospielen bekannte Plattform Twitch bestätige dies auf Twitter:

Übersetzung: Wir untersuchen die Halle-Ereignisse weiter und teilen jetzt, was wir bisher heraus gefunden haben. Der Account streamte die grausame Tat 35 Minuten lang live auf Twitch, während dieser Zeit sahen es ungefähr 5 Leute.

Insgesamt 2.200 Zuschauer sollen sich das Video auch danach noch angesehen haben. Twitch hat den Livestream zwar mittlerweile gelöscht, aber Teile wurden im Internet auch danach noch verbreitet.

In den Videos sieht man, wie der Mann seine Tat auf Englisch ankündigt. "Ich bin Anon. Ich denke der Holocaust ist nie passiert. [...] Das Problem ist der Jude". Er versucht in die Synagoge in der Humboldtstraße einzudringen. Es gelingt ihm nicht. Er ruft "Scheiße!" Eine unschuldige Passantin beschwert sich über den Lärm der improvisierten Sprengladung, mit der er versucht hat, das Tor zum Friedhof aufzusprengen. "Muss das sein, wenn ich hier lang laufe?" Er schießt ihr kommentarlos mit einer Maschinenpistole in den Rücken.

Auch die spätere Schießerei am Dönerimbiss in der Ludwig-Wucherer-Straße ist zu sehen. Die Menschen fliehen vor ihm. Er liefert sich einen Schusswechsel mit der Polizei.

Diese Art, einen Anschlag zu dokumentieren, ähnelt der Vorgehensweise des Attentäters von Christchurch in Neuseeland. Er tötete am 15. März 2019 51 Menschen in islamischen Zentren. Er streamte seine Tat damals auf Facebook.

Auch ein Manifest wurde veröffentlicht

Der mutmaßliche Attentäter hat offenbar auch ein rechtsextremes Manifest veröffentlicht. Die auf die Beobachtung von Extremisten spezialisierte „Site Intelligence Group“ hat ein PDF-Dokument ausgewertet. Darin zeigt er diverse selbstgebaute Waffen und erklärt, „so viele Anti-Weiße zu töten wie möglich, vorzugsweise Juden." Am 1. Oktober soll das Dokument angelegt worden sein und es gibt Hinweise darauf, wie viel Planung und Vorbereitung der Täter in die Attacke gesteckt hat.