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Damit der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen in Deutschland verringert wird, kannst du ab sofort Gehälter der Kollegen abfragen.

Dafür tritt am 06.01.2018 das Lohntransparenzgesetz vollständig in Kraft. Lohn… was?

Wir geben dir einen Überblick!

Fünf Facts zum neuen Gesetz

1. Als erstes eine Anfrage stellen

Einfach in die Buchhaltung gehen und fragen“ „Hey, wie viel verdient denn der Kollege neben mir?“ geht nicht. Infos zu einzelnen Gehältern wirst du nicht bekommen, sondern lediglich die Höhe des Durchschnittsgehalts einer Gruppe von Kollegen, die die gleiche Arbeit ausüben, wie du. Und dann auch nur vom gegensätzlichen Geschlecht, sprich: Frauen bekommen Infos über das Gehalt der männlichen Kollegen und umgedreht. Ermittelt wird ein Durchschnittswert aus Gehältern von fünf Kollegen der gleichen Position. Neben dem Gehalt kann auch nach Jahresboni und Dienstwagen gefragt werden.

2. Diskretion wird groß geschrieben

Die Gehaltsabfrage läuft nicht direkt über deinen Chef, sondern über den Betriebsrat. Dort stellst du die Anfrage nach den Gehältern deiner Kollegen. Ob dein Boss davon erfährt, entscheidest du selbst.

3. Nicht jeder kann eine Auskunft bekommen

Damit überhaupt ein Gehaltsdurchschnitt von fünf Mitarbeitern der gleichen Position ermittelt werden kann, sind Unternehmen, in denen weniger als sechs Mitarbeiter die gleiche Position haben, von vornherein ausgeschlossen. Außerdem muss der Betrieb mindestens 200 Mitarbeiter beschäftigen, damit das Lohntransparenzgesetz greift.

Übrigens: Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen sogar regelmäßig einen Lagebericht verfassen, in dem sie über den Stand der Gehaltsdifferenzen zwischen Männern und Frauen berichten.

4. Frauen verdienen im Schnitt 4,50 € pro Stunde weniger als Männer.

Das ist der Grund, warum das neue Gesetz überhaupt erst in Kraft tritt. Im Durchschnitt sind das 21 Prozent. Für viele Mitarbeiter ist das sicher Grund genug, eine solche Anfrage zu stellen. Vor allem, da die Information über das Gehalt eine gute Grundlage in einer Gehaltsverhandlung bietet. Allerdings gibt es natürlich auch kritische Stimmen zum neuen Gesetz, die hier unter anderem von den Grünen kommt. Da Firmen mit weniger als 200 Mitarbeitern aus dem Raster fallen, haben 60 Prozent der Frauen keinen Auskunftsanspruch.