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Hier bekommst Du alle Hintergründe und Anlauf-/Beratungsstellen für Betroffene sexualisierter Diskriminierung und/oder Gewalt.

Hintergrund „Time is up“-Initiative:

  • mehr als 300 berühmte Schauspielerinnen und Filmproduzentinnen haben sich zur"Time's Up"-Kampagne zusammengeschlossen
  • Mitunterzeichnerinnen sind unter anderen Meryl Streep, Emma Stone, Natalie Portman, Reese Witherspoon und Cate Blanchett, die alle die Kampagne auch finanziell unterstützen
  • mehr als 15 Millionen US-Dollar sollen den Grundstock für einen Solidarfond schaffen. Nicht nur Schauspielerinnen, auch Zimmermädchen, Kellnerinnen, Krankenschwestern oder Sekretärinnen soll bei der juristischen Durchsetzung ihrer Rechte und den entsprechenden Klagen vor US-Gerichten unterstützt werden.

#MeToo Bewegung:

  • Hashtag, das ab Mitte Oktober 2017 verbreitet wurde
  • Harvey Weinstein (Filmproduzent) wurde der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung beschuldigt. #MeToo beginnt. Viele Frauen nutzen ihn, um über/auf sexuelle Überfälle aufmerksam zu machen.
  • Populär wurde das Hashtag durch die Schauspielerin Alyssa Milano. Seitdem wurde dieses Hashtag millionenfach verwendet. Hunderttausende Frauen (keine exakte Zahl bekannt) nutzten # um ihre „Geschichte“ zu erzählen. Weitere Tausende solidarisieren sich damit.
  • Menschen, die mit der MeToo-Bewegung ihr Schweigen brechen, erhielten vom US-Magazin Time den Titel „Person des Jahres 2017“ (unter anderem Ashley Judd). Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein losgetreten. Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Fowler hatte eine Unternehmenskultur voller Sexismus beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben, was Firmenchef Travis Kalanick schließlich das Amt kostete.
  • Breite Zustimmung: Angela Merkel begrüßte die Wahl, sie bedankte sich für den Mut der Frauen und "für die weltweite Diskussion, die sie damit angestoßen haben".
  • Es folgten viele weitere Vorwürfe der sexuellen Belästigung, zum Beispiel: James Franco, Dieter Wedel, Kevin Spacey, Ed Westwick (Gossip Girl) und Woody Allen.
  • Salma Hayek sagt auch was gegen Weinstein: "Ich habe mich vor der Verantwortung, das Wort zu ergreifen, versteckt mit der Ausrede, dass schon genug Leute ein Licht auf mein Monster geworfen hätten. In Wahrheit habe ich mich davor gedrückt, meinen Liebsten einige Dinge zu erklären. Männer haben sexuell belästigt, weil sie es konnten. Frauen reden heute darüber, weil sie es in dieser neuen Ära endlich können."
  • Angelina Jolie, Gywneth Paltrow, Lupita Nyong'o und Model Cara Delevingne beschuldigen Weinstein ebenfalls der sexuellen Belästigung.
  • Rose McGowan veröffentlichte Postings auf Twitter, in denen sie Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigte und den Amazon Studios vorwarf, ihre Beschwerden ignoriert zu haben: 75.000 Dollar Schweigegeld wurden wohl angeboten. Sie schrieb Amazon-Chef Jeff Bezos: „Ich habe dir gesagt, dass ich von Harvey Weinstein vergewaltigt wurde. Immer und immer wieder. Du sagtest: Das ist nicht bewiesen. Ich sagte dir: Ich bin der Beweis!“
  • Kevin Spacey meinte über die Vorwürfe, dass er „sich nicht erinnern könne und falls es so war, es mit leid täte“, und „dass hört sich nach einem betrunkenen Verhalten an, es tut mir leid“ => gegenüber Anthony Rapp
  • Dustin Hoffmann habe Autorin Anna Graham Hunter sexuell belästigt, unter anderem mit Sätzen wie „Ich habe ein hartgekochtes Ei in meiner Hose ... und eine weichgekochte Klitoris“. Er antwortete darauf „Ich habe den größten Respekt vor Frauen und ich fühle mich schrecklich, dass ich etwas getan habe, was sie in diese Situation gebracht hat. Es tut mir leid. Es spiegelt nicht den Menschen wieder, der ich eigentlich bin.“
  • Schauspieler Seth Aaron Rogen sagte zum Weinstein Skandal: „I believe all the women coming forward about Harvey Weinstein's sexual harassment. It takes bravery to do so.“

Golden Globes:

  • Fast alle Promis sind im Rahmen der #metoo und #timesup-Kampagne in schwarz gekommen. Damit zeigten sie ihre öffentliches Engagement für die zehntausenden von Frauen der #MeToo-Kampagne, die sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigungen erlebt haben.
  • "Dies ist ein Moment der Solidarität, kein Mode-Moment", erklärte Eva Longoria.
  • Einige Prominente erschienen in Begleitung von Aktivisten, darunter auch Tarana Burke, die das Hashtag #MeToo ins Leben gerufen hatte.
  • Oprah Winfrey hielt eine von Applaus umworbene Rede: „Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren. Aber deren Zeit ist um!“

Gegner der #MeToo Bewegung:

  • In dem „Le Monde“-Beitrag kritisieren über 100 prominente Französinnen die Initiativen gegen sexualisierte Gewalt, darunter die Stars Catherine Deneuve und Ingrid Caven sowie die Künstlerin und Bestsellerautorin Catherine Millet.
  • Sie sagen, dass die aktuellen Frauenrechtsbewegungen „Züge des Hasses auf die Männer und die Sexualität“ annehmen, „ Die Wahrnehmung von sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz und des Machtmissbrauchs durch manche Männer sei ein notwendiger Akt der Befreiung“, „Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber hartnäckiges oder ungeschicktes Flirten ist kein Delikt und eine Galanterie keine chauvinistische Aggression“

Sexuelle Belästigung – rechtliche Lage:

  • Wann ist es sexuelle Belästigung?
    Antwort: "Ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird" auch „unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen“
  • Sexualisierte Handlungen sind erst dann rechtlich strafbar, wenn klar wird, dass die mangelnde Willensbildung des Opfers ausgenutzt wird oder Gewalt und Bedrohung angewandt werden.
  • Strafrechtlich wird nur verfolgt, wer sein Opfer durch eine erhebliche sexuelle Handlung missbraucht oder nötigt, nicht aber "nur" belästigt.
  • Verhaltensweisen wie das Spannen, aber auch Berührungen von Po, Brüsten oder selbst im Schritt (oberhalb der Kleidung) und Kuss auf den Mund sind nach geltendem Recht nicht strafbar.
  • Bei erfolgreicher Verurteilung kann bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe folgen.

Videos

Sexismus


#MeToo

#ausnahmslos


Anlauf-/Beratungsstellen für Betroffene sexualisierter Diskriminierung und/oder Gewalt

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen:
http://www.hilfetelefon.de/
Tel. 08000 116 016

Bundesweite Beratungsstelle
http://www.wildwasser.de/

>>> Hier findest Du noch mehr Infos


Informationen zu unseren Studiogästen:

Morena Groll:

Projektkoordinatorin
Koordinierungsstelle Genderforschung und Chancengleichheit Sachsen-Anhalt:
http://www.kgc-sachsen-anhalt.de/
https://www.facebook.com/KGC.SachsenAnhalt/

Annika Schetter:

Präventionsstelle Sexualisierte Diskriminierung (an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und den Hochschulen Magdeburg-Stendal und Harz):
http://www.ovgu.de/praevention.html
http://www.facebook.com/PraeventionsstelleSDiskriminierung/