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Welche Versicherung brauche ich eigentlich?

Diese Versicherungspolicen solltest Du unbedingt abschließen.

"Ihr lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben." Wie oft kramen Lehrer diesen Satz hervor. Aber während Hypotenuse und Alliteration im Alltag eher selten eine Rolle spielen, wurde uns nicht beigebracht, welche Versicherungen man überhaupt braucht. Welche Versicherung (Policen) Du genau brauchst, hängt von Deiner Lebenssituation ab. Aber es gibt ein paar Policen, bei denen es gut ist, sie zu haben und einige sind unverzichtbar.

Versicherungen, die Du unbedingt brauchst:

Haftpflicht: Es kann schnell passieren, dass man anderen Schaden zufügt. Schaden kann dabei sowohl körperlicher als auch materieller Schaden sein. Bist Du schuld an dem Schaden, haftest Du laut Gesetz in unbegrenzter Höhe. Also wenn Du das Smartphone von jemanden kaputt gemacht hast, dann kann er von Dir das Geld dafür verlangen. In dem Fall springt Dir die abgeschlossene Versicherung zur Seite und bezahlt den Schaden. Aber auch größere Schäden, die Du verursacht hast, können damit abgedeckt sein.

Kfz-Haftpflicht: Diese Versicherung ist für alle Auto/Motorradbesitzer Pflicht. Da kommst Du nicht gar nicht drum herum. Denn ohne diese Versicherung darf Dein Auto nicht auf die Straße. Die Kfz-Haftpflicht zahlt Unfallopfern (und auch den Mitfahrern des Unfallfahrers) eine Entschädigung bis zu einer vereinbarten Mindestversicherungssumme. Die ist je nach Police unterschiedlich.

Berufshaftpflicht­­: Wer als Selbstständiger oder Gewerbetreibender bei der Arbeit einen Schaden verursacht, der ist froh, wenn er eine Berufshaftpflicht­­versicherung hat. Die private Haftpflicht deckt nämlich keine Schäden ab, die auf Arbeit passieren. Es gibt sogar Berufe, wo Du verpflichtet bist, eine Berufshaftpflicht zu haben. Als Angestellter brauchst Du im Regelfall keine Berufshaftpflicht.

Tierhaftpflicht: Für Hunde- und Pferdebesitzer ist diese eine gute Ergänzung. Während Kleintiere (z.B. Katzen, Meerschweinchen, Vögel) von der Haftpflichtversicherung abgedeckt sind, trifft das auf Hunde und Pferde nicht zu. Bei der Tierhaftpflicht werden Schäden, die direkt von den Tieren verursacht werden, abgedeckt, aber z. B. auch wenn sich jemand vor Deinem Hund erschrickt, hinfällt und sich verletzt. In Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und noch einigen anderen Bundesländern ist die Versicherung für Hunde- und Pferdebesitzer verpflichtend.

Versicherungen, die man haben kann:

Hausrat: Nicht ganz so zwingend wie die Haftpflicht, aber trotzdem ist es sehr gut eine Hausratsversicherung zu haben. Je nach Police bekommst Du bei der Hausratversicherung Geld, wenn es z. B. einen Wasserschaden gab oder wenn Deine Wohnung bei einem Einbruch verwüstet wurde. Aber auch Dein Fahrrad ist meist darüber mitversichert, genauso wie Dein Koffer auf Reisen.

Berufsunfähigkeit: Der Name sagt schon, wogegen Du Dich hier versicherst. Solltest Du aus Krankheit oder einem Unfall nicht mehr in Deinem Job arbeiten können (das musst Du nachweisen können) erhältst Du eine Rente. Die Höhe richtet sich nach der im Vertrag vereinbarten Summe.

Private Altersvorsorge: Die gesetzliche Rente wird für viele am Ende ihres Arbeitslebens leider kaum zum Leben ausreichen. Um das zu verhindern, ist es gut, wenn man sich um eine private Altersvorsorge kümmert.

Wohngebäudeversicherung: Solltest Du schon ein Haus besitzen, dann erstmal herzlichen Glückwunsch. Mit einer Wohngebäudeversicherung bist Du bei Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer und Blitzschlag auf der sicheren Seite. Sollst Du in einem Gebieten mit Hochwassergefahr wohnen, kannst Du noch zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abschließen.

Private Unfallversicherung: Für Sportbegeisterte und Motorradfahrer bietet nur eine private Unfallversicherung Schutz. Von der gesetzlichen Unfallversicherung siehst Du keinen Cent, wenn Du in der Freizeit einen Unfall hast und einen bleibenden Schaden davonträgst.

Auslandsreisekrankenversicherung: Im europäischen Ausland springt zwar die hiesige Krankenversicherung ein, allerdings deckt sie häufig nicht alle Kosten. Sie zahlt nämlich nur die Leistungen, die im Urlaubsland üblich sind. Besonders teuer kann für Dich auch ein Rücktransport werden. Den übernimmt die Krankenkasse meist nämlich nicht. Eine Auslandskrankenversicherung hingegen schon. Da solltest Du aber drauf achten, dass nicht nur ein „medizinisch notwendige“ Rücktransport übernommen wird, sondern auch einen „medizinisch sinnvollen Rücktransport“.

Voll- und Teilkasko: Die Kaskoversicherung deckt die Schäden am eigenen Auto ab. Du kannst Sie zusätzlich zur Kfz-Haftpflicht abschließen. Die Teilkasko beinhaltet Schäden, die Du nicht direkt selbst verursacht hast (z.B. Glasbruch durch Steinschlag, Wildunfälle und Diebstahl). Die Vollkasko hilft Dir außerdem selbst verursachten Schäden und bei Vandalismus.

Worauf Du achten solltest:

  • Jeder Versicherungsschutz sollte den größten anzunehmenden Unfall absichern.
  • Vor dem Vertragsabschluss solltest Du Dir unbedingt die gesamten Versicherungsunterlagen samt Versicherungsbedingungen geben lassen und auch gründlich lesen.
  • Du hast Anspruch auf die Verbraucherinformationen. Zum Beispiel auch die Belehrung über das Recht zum Widerruf, also wie Du aus dem Vertrag wieder rauskommst.
  • Lass Dir das sogenannte Produktinformationsblatt geben. Dieses muss die wesentlichen Vertragspunkte zum versicherten Risiko, Prämienhöhe, Ausschlüsse, Laufzeit und Beendigungsmöglichkeiten enthalten. Das bietet Dir einen guten Überblick gegenüber dem ganzen Geschwurbel im Vertrag.
  • Unterschreibe nie den Vertrag sofort nach dem Gespräch mit dem Versicherungsvermittler. Vergleiche lieber vorher noch andere Angebote. Falls Du Hilfe brauchst, dann wende Dich an die Verbraucherzentrale, die auch eine Versicherungsberatung hat.
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