08. September 2022 – 89.0 RTL

Finanzen

EZB hebt Leitzins um 0,75 Prozentpunkte: Was bedeutet das für Kredite, Tagesgeld und Girokonten?

Zweiter Zinsschritt binnen weniger Wochen: Die Europäische Zentralbank reagiert auf die Rekordinflation und erhöht den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent – eine solche Anhebung hat es seit der Eurobargeld-Einführung noch nicht gegeben.

euro geld rechner cash sparen kredit kosten © pixabay

Die EZB stemmt sich mit dem größten Zinsschritt seit Einführung des Euro-Bargelds 2002 gegen die Rekordinflation. Aber was bedeutet das eigentlich ganz konkret für uns Verbraucher?

Zinsen für Ratenkredit steigen

Um 30 Prozent sind die Zinsen für Ratenkredite seit Beginn des Jahres gestiegen. Für Banken wird die Refinanzierung von Ratenkrediten teurer und damit auch für Verbraucher. Hole Dir auf jeden Fall verschiedene Angebote ein, wenn Du einen Kredit aufnehmen musst. Es gibt nämlich eine deutliche größere Spanne an vergebenen Zinssätzen als zuvor.

Auch für potenzielle Häuslebauer wird es deutlich teurer. Denn auch die Bauzinsen steigen damit – und das nicht knapp. Die Zinsen steigen wieder stark an und wir nähern uns den Höchstständen von über drei Prozent aus dem Juni.

Zinsen auf Tagesgeldkonten steigen

Es gibt aber auch gute Nachrichten für alle Verbraucher, die sich nicht Geld leihen, sondern es anlegen wollen. Denn die erste EZB-Entscheidung hat für steigende Zinsen auf Tagesgeldkonten gesorgt. Auch bei neu abgeschlossenen Festgeldern ist ein deutlicher Zinsanstieg spürbar. Es wird davon ausgegangen, dass sich der Trend zu höheren Zinsen im Jahresverlauf fortsetzt und möglicherweise beschleunigt. Zweieinhalb Prozent und mehr Zinsen für ein zweijähriges Festgeld könnten bald wieder möglich sein.

Folgen für Girokonto

Auch auf das Girokonto hat die Erhöhung des Leitzinses Folgen. Die gute Nachricht ist, dass sich die meisten Banken von Verwahrentgelten auf hohe Guthaben verabschiedet haben. Negativzinsen werden in der Regel also auch bei hohem Vermögen nicht fällig.

Aber Obacht ist geboten, wenn das Geld auf dem Konto so knapp ist, dass man den Dispo nutzen muss. Die Dispozinsen werden durch die Zinswende steigen, da Banken sich am EZB-Leitzins orientieren. Der aktuelle Durchschnittszins eines Dispokredits liegt momentan bei 9,43 Prozent. Dieser könnten bis zum Jahresende bei vielen Instituten einen zweistelligen Betrag erreichen.

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