26. August 2026 – 89.0 RTL
Italien plant eine Reform der Straßenverkehrsordnung: Fußgänger sollen beim Überqueren der Straße mit Smartphone mindestens 75 Euro Bußgeld zahlen müssen.
Fußgänger in Italien müssen künftig ihr Smartphone beim Überqueren einer Straße wegstecken. Eine geplante Reform des italienischen Straßenverkehrskodex sieht dafür Bußgelder vor. Das berichten mehrere Nachrichtenportale.
Wie hoch fällt das Bußgeld aus?
Mindestens 75 Euro Strafe sollen fällig werden, wenn Fußgänger mit Smartphone von Polizei oder Ordnungsbeamten erwischt werden. Dabei spielt es laut den Berichten keine Rolle, ob die Straße an einem Zebrastreifen oder an anderer Stelle überquert wird.
Auf normalen Gehwegen soll die Handynutzung weiterhin erlaubt bleiben. Auch Kopfhörer und Freisprecheinrichtungen bleiben demnach zulässig, solange sie die Sicherheit nicht beeinträchtigen. Voraussetzung sei, dass Nutzer ihre Umgebung weiterhin ausreichend hören können.
Wann tritt die Regelung in Kraft?
Beschlossen ist das Vorhaben noch nicht. Der Entwurf werde derzeit geprüft, heißt es in den Berichten. Branchenverbände können bis zum 13. September 2026 dazu Stellung nehmen. Mit einer endgültigen Fassung werde Mitte Oktober 2026 gerechnet.
Gibt es solche Regeln bereits anderswo?
Italien wäre nicht das erste Land mit einer solchen Vorschrift. Seit 2018 enthält die litauische Straßenverkehrsordnung (KET) eine entsprechende Regel: Fußgänger müssen vor und während des Überquerens der Fahrbahn alles vermeiden, was sie vom Verkehr ablenkt. Die Nutzung von Mobiltelefonen wird darin ausdrücklich als Beispiel genannt.
Auch in Honolulu im US-Bundesstaat Hawaii dürfen Fußgänger bereits seit 2017 beim Überqueren einer Straße nicht auf ihr Smartphone schauen. Beim ersten Verstoß drohen dort 15 bis 35 US-Dollar, bei einem zweiten Verstoß innerhalb eines Jahres 35 bis 75 US-Dollar. Bei weiteren Verstößen werden bis zu 99 US-Dollar fällig. Ausnahmen gelten unter anderem für Notrufe.