29. Juni 2026 – 89.0 RTL
Ab 1. Juli 2025 steigen die Renten um 4,24 Prozent, die Steuererklärung wird per App vereinfacht und beim Onlineshopping außerhalb der EU fallen neue Zollgebühren an.
Zum 1. Juli treten in Deutschland zahlreiche Änderungen in Kraft: Rentner erhalten höhere Bezüge, die Steuererklärung wird für bestimmte Gruppen deutlich einfacher, und beim Onlineshopping außerhalb der EU fallen neue Gebühren an. Auch bei Flügen, Bürgergeld und der Wolfsjagd gibt es Neuerungen.
Rentenerhöhung um 4,24 Prozent
Mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren von einer Rentenerhöhung um 4,24 Prozent. Bei einer monatlichen Rente von 1.000 Euro bedeutet das ein Plus von rund 42,40 Euro. Die jährliche Anpassung orientiert sich an der Lohnentwicklung.
Steuererklärung per Klick für 11,5 Millionen Menschen
Ab 1. Juli können ledige, kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner und Pensionäre ihre Steuererklärung für das Jahr 2025 per App mit einem Klick abgeben. Die «MeinElster+»-App erstellt automatisch eine fertige Steuererklärung mit den bereits vorhandenen Daten der Finanzbehörden. Die Frist für die Abgabe endet am 31. Juli 2026, bei steuerlicher Beratung verlängert sie sich bis zum 30. April 2027.
Aus Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld
Das Bürgergeld heißt ab Juli Grundsicherungsgeld – die Höhe der Leistung bleibt unverändert. Neu sind schärfere Sanktionsregeln und die Abschaffung der Karenzzeit. Wer Vermögen oberhalb festgelegter Freibeträge besitzt, muss dieses künftig für den Lebensunterhalt einsetzen, bevor Grundsicherungsgeld gezahlt wird.
Ticketsteuer sinkt – Flüge könnten günstiger werden
Die Ticketsteuer für Flüge aus Deutschland wird gesenkt: Bei Kurzstrecken von 15,53 Euro auf 13,03 Euro, bei Mittelstrecken von 39,34 Euro auf 33,01 Euro und bei Langstrecken von 70,83 Euro auf 59,43 Euro. Ob Airlines die Ersparnis an Kunden weitergeben, ist angesichts gestiegener Kerosinpreise unklar.
Für Warensendungen aus Nicht-EU-Ländern mit einem Wert unter 150 Euro fällt ab 1. Juli eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie an – zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer. Versanddienstleister verlangen oft weitere Servicepauschalen. Eine Handyhülle für 7 Euro kann dadurch bis zu 20 Euro kosten.
Weitere Änderungen im Überblick
Der Kölner Dom verlangt ab 1. Juli 12 Euro Eintritt, um Pflege- und Betriebskosten zu decken. Gottesdienstbesucher und Betende haben weiterhin freien Zugang. Der Handel mit Flensburger Punkten wird strafbar – Verstöße können mit Bußgeldern bis 30.000 Euro geahndet werden. Wölfe dürfen in Regionen mit günstigem Erhaltungszustand vom 1. Juli bis 31. Oktober gejagt werden. Die Mindestlöhne für Pflegehilfskräfte steigen von 16,10 Euro auf 16,52 Euro pro Stunde.