03. Februar 2026 – 89.0 RTL

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Buy now, pay later: Jeder Siebte verliert Überblick über Schulden

Bafin-Studie warnt: 14% der BNPL-Nutzer verlieren Kontrolle über Rechnungen. Besonders junge Menschen geraten in die Schuldenfalle beim Online-Shopping.

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Bequem bestellen, später bezahlen – klingt verlockend, kann aber schnell zum Problem werden. Eine aktuelle Studie der Finanzaufsicht Bafin zeigt: Jeder siebte Nutzer von «Buy now, pay later»-Diensten verliert den Überblick über seine Schulden. Besonders junge Menschen tappen in die Falle des aufgeschobenen Bezahlens.

Jeder Fünfte nutzt Zahlungsaufschub beim Online-Shopping

Die Zahlen der repräsentativen Bafin-Umfrage sind aufschlussreich: 20 Prozent der 18- bis 60-Jährigen in Deutschland nutzen beim Online-Einkauf Zahlungsmethoden wie Rechnung oder Ratenzahlung. Was zunächst harmlos klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Risiko: 14 Prozent dieser Nutzer haben bereits die Kontrolle über ihre offenen Rechnungen verloren. Bei den unter 30-Jährigen ist die Quote mit 24 Prozent sogar fast doppelt so hoch.

Für die Studie befragte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht im April 2025 knapp 5.000 Menschen online. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der bequeme Zahlungsaufschub für viele zur Kostenfalle wird.

Von Kleidung bis Elektronik: Was Verbraucher auf Pump kaufen

Die monatlichen Ausgaben über «Buy now, pay later» variieren stark: Fast die Hälfte der Nutzer (46 Prozent) gibt weniger als 100 Euro monatlich aus. Bei jedem Vierten liegen die Ausgaben zwischen 101 und 200 Euro, bei 17 Prozent sogar zwischen 201 und 500 Euro. Besonders bedenklich: Fünf Prozent übersteigen im Durchschnitt die 500-Euro-Marke.

Besonders beliebt sind diese Zahlungsmethoden beim Kauf von Kleidung und Elektronik. Aber auch teurere Anschaffungen wie Möbel, Haushaltswaren und sogar Reisen werden zunehmend per Zahlungsaufschub finanziert. Was als praktische Lösung beginnt, entwickelt sich manchmal zur finanziellen Belastung.

Bequemlichkeit schlägt Notwendigkeit

Die Motive für die Nutzung überraschen: Bei Kauf auf Rechnung oder gesammelter Monatsrechnung nennt die Hälfte der Nutzer schlicht Bequemlichkeit als Hauptgrund. Nur 30 Prozent wollen gezielt einen Zahlungsaufschub nutzen, und 16 Prozent geben offen zu, das nötige Geld zum Kaufzeitpunkt nicht zu haben. Bei Ratenzahlungen sieht es ähnlich aus: 39 Prozent schätzen die Bequemlichkeit, bei 29 Prozent fehlt das Geld.

Wenn aus kleinen Schulden große Probleme werden

«Wenn das Geld bei Fälligkeit fehlt, kann es schwierig werden», warnt die Bafin in ihrer Analyse. Die Zahlen belegen diese Sorge: Zwölf Prozent der Nutzer haben bereits Schulden von mehr als 500 Euro angehäuft. Manche Verbraucher geraten in einen Teufelskreis und finanzieren ihre Zahlungsaufschübe mit weiteren Krediten.

Zehn Prozent der Befragten haben bereits Geld von Familie oder Freunden geliehen, um ihre «Buy now, pay later»-Schulden zu begleichen. Sieben Prozent überziehen ihr Girokonto, acht Prozent nutzen die Kreditkarte für einen weiteren Zahlungsaufschub. Vier Prozent nahmen sogar einen zusätzlichen Kredit auf, und fünf Prozent baten ihren Arbeitgeber um einen Gehaltsvorschuss.

Diese Spirale zeigt: Was als bequeme Zahlungsmethode beginnt, kann schnell zu ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten führen – besonders wenn mehrere offene Rechnungen gleichzeitig laufen und der Überblick verloren geht.

Häufig gestellte Fragen zum Thema

Wie funktioniert «Buy now, pay later» genau?

Bei «Buy now, pay later» können Sie online bestellte Waren erst nach Erhalt bezahlen. Je nach Anbieter haben Sie die Wahl zwischen Rechnung (meist 14-30 Tage Zahlungsziel), gesammelter Monatsrechnung oder Ratenzahlung. Während die einfache Rechnung meist kostenfrei ist, fallen bei Ratenzahlungen oft Zinsen an. Wichtig: Auch wenn Sie später zahlen, gehen Sie eine verbindliche Zahlungsverpflichtung ein.

Für wen wird «Jetzt kaufen, später zahlen» zur Gefahr?

Besonders gefährdet sind junge Menschen unter 30 Jahren – hier verliert fast jeder Vierte den Überblick. Auch wer bereits mehrere offene Rechnungen hat oder die Zahlungsmethode nutzt, obwohl das Geld fehlt, sollte vorsichtig sein. Wenn Sie regelmäßig Ihr Konto überziehen oder andere Kredite nutzen müssen, um BNPL-Rechnungen zu bezahlen, ist das ein Warnsignal. Führen Sie ein Haushaltsbuch und behalten Sie alle offenen Zahlungen im Blick.

Welche Alternativen gibt es zu Zahlungsaufschub-Diensten?

Die sicherste Alternative ist das klassische Sparen: Legen Sie Geld zurück, bis Sie sich den Wunsch leisten können. Bei größeren Anschaffungen kann ein geplanter Ratenkredit mit festen Konditionen transparenter sein als viele kleine BNPL-Verpflichtungen. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, Preise zu vergleichen und auf Sonderangebote zu warten. Und fragen Sie sich vor jedem Kauf: Brauche ich das wirklich, oder kaufe ich nur, weil die Zahlung aufgeschoben ist?


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