20. Mai 2026 – 89.0 RTL

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Führerschein-Reform: Das ist geplant

Das Bundeskabinett beschließt heute die Führerschein-Reform von Minister Schnieder. Digitaler Unterricht, flexible Sonderfahrten und kürzere Prüfungen sollen die Kosten senken.

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Viele, die einen Führerschein machen wollen, halten sich derzeit zurück, so der Fahrlehrerverband Sachsen-Anhalt. (Symbolbild)

Das Bundeskabinett will heute die Führerschein-Reform von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) auf den Weg bringen. Ziel ist eine modernere, digitalere und günstigere Fahrschulausbildung. Die Reform wurde bereits mit den Verkehrsministern der Länder abgestimmt und soll zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Kosten sollen deutlich sinken

Ein Pkw-Führerschein kostet in Deutschland durchschnittlich 3.400 Euro, in einzelnen Regionen bis zu 4.500 Euro. Schnieder bezeichnete den Führerschein im Februar als "einfach zu teuer". Durch Digitalisierung und Bürokratieabbau soll die finanzielle Belastung für Fahrschüler sinken. Der Minister betonte, die Reform gehe nicht zulasten der Verkehrssicherheit.

Digitaler Unterricht und weniger Sonderfahrten

Fahrschüler können künftig selbst entscheiden, ob sie den Theorieunterricht per App, hybrid oder in Präsenz absolvieren. Die bisher zwölf vorgeschriebenen Sonderfahrten (Überland, Autobahn, Nachtfahrt) werden flexibilisiert – die Anzahl hängt künftig von den Fähigkeiten des Fahrschülers ab. Die praktische Fahrprüfung wird von 30 auf 25 Minuten verkürzt, die Gesamtprüfungsdauer von 55 auf 40 Minuten.

Weitere Neuerungen: Die theoretische Prüfung wird vereinfacht – jede Frage zählt künftig nur einen Punkt statt zwei bis fünf. Eine zentrale Datenbank soll Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen transparent machen. Eine umstrittene Experimentierklausel erlaubt nach sechs Fahrstunden und bestandener Theorieprüfung das Üben mit Laienausbildern wie Eltern.

Fahrlehrerverbände kritisieren Reform

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände lehnt zentrale Reformpunkte ab – insbesondere reinen Online-Unterricht, die Kürzung der Sonderfahrten und die Laienausbildung. Sonderfahrten hätten wesentlich zur Reduzierung jugendlicher Verkehrsunfallopfer beigetragen. Seit Ankündigung der Reform ist die Zahl der Anmeldungen in vielen Fahrschulen eingebrochen, weil potenzielle Fahrschüler auf günstigere Konditionen warten.

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