08. Januar 2026 – 89.0 RTL
Bis zu 20 cm Neuschnee und gefährliche Schneeverwehungen: Sturmtief Elli bringt Deutschland ein Winterchaos. Schulen schließen, Züge fallen aus.
Deutschland steht ein heftiger Wintereinbruch bevor, der es in sich hat. Sturmtief "Elli" zieht auf und bringt ab Donnerstagnacht eine explosive Mischung aus kräftigem Schneefall, stürmischen Winden und Glatteis mit sich. Der Deutsche Wetterdienst warnt eindringlich vor den Folgen: Von der Nordsee bis nach Ostdeutschland können bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen, begleitet von gefährlichen Schneeverwehungen. Bereits jetzt mehren sich die Unfallmeldungen, und Behörden appellieren an die Bevölkerung, nur notwendige Fahrten zu unternehmen.
Wetterkrimi mit weitreichenden Folgen
"Das wird schon eine extreme Lage", bringt es ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes auf den Punkt. Besonders betroffen sind Ostdeutschland, der Harz und die Region zwischen Bremen und Hamburg. In der Nacht zum Freitag entwickelt sich ein regelrechter Wetterkrimi: Während im Nordosten kräftige Schneefälle niedergehen, verwandelt sich der Schnee im Süden und Westen rasch in Regen – allerdings mit tückischer Glatteisgefahr.
Der stürmische Ostwind peitscht die lockere Schneedecke über die Straßen und sorgt für massive Schneeverwehungen. In einem breiten Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein rechnen Meteorologen mit verbreitet 10 Zentimetern Neuschnee, regional können sogar bis zu 20 Zentimeter zusammenkommen. Die Kombination aus Schnee und Wind macht die Situation besonders gefährlich – Verkehrswege könnten zeitweise komplett unpassierbar werden.
Verkehrschaos auf Straße und Schiene vorprogrammiert
Die Auswirkungen auf den Verkehr sind bereits jetzt spürbar. Polizeistationen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz melden ein deutlich erhöhtes Unfallaufkommen. Im niedersächsischen Gehrde kam ein Autofahrer bei einem Unfall ums Leben – die Ermittler schließen Glätte als Ursache nicht aus. Die Deutsche Bahn hat witterungsbedingt bereits Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr angekündigt und bittet Reisende eindringlich, ihre Fahrten wenn möglich zu verschieben.
Auch der öffentliche Nahverkehr steht vor erheblichen Herausforderungen. Im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen müssen Fahrgäste mit Verspätungen und Teilausfällen rechnen. Nahverkehrsbetriebe in Schleswig-Holstein schließen sogar nicht aus, den Betrieb komplett einzustellen. Fährverbindungen zu den Ostfriesischen Inseln werden am Freitag voraussichtlich ausfallen.
Schulen bleiben geschlossen
In Niedersachsen haben bereits am Donnerstag mehrere Schulen den regulären Präsenzunterricht abgesagt. Betroffen sind Einrichtungen in Wilhelmshaven, Emden und im Landkreis Aurich. Auch auf den nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr bleiben Schülerinnen und Schüler zu Hause. Stattdessen wird auf Distanzunterricht umgestellt. Experten rechnen damit, dass am Freitag weitere Schulen in anderen Bundesländern folgen werden.
Winterdienste am Limit
Ausgerechnet jetzt zeigen sich Schwachstellen in der Infrastruktur. Im niedersächsischen Hildesheim muss der Winterdienst wegen Lieferengpässen beim Streusalz seinen Einsatz einschränken. In Mecklenburg-Vorpommern könnten Streikaufrufe im Rahmen der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zu personellen Engpässen beim Winterdienst führen. Die Straßenbauverwaltung versichert zwar, alles zu versuchen, um Landes- und Bundesstraßen schnee- und eisfrei zu halten – ob das gelingt, bleibt abzuwarten.
Auch Fußgänger sind gefährdet
Die Gefahr beschränkt sich nicht auf den Straßenverkehr. Bernhard Fleischer, Leitender Oberarzt der Zentralen Notaufnahme im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann, warnt: "Die derzeitigen Witterungsbedingungen stellen eine besondere Herausforderung dar und bergen ein erhöhtes Risiko für Stürze und Unfälle." Die Notaufnahme hat sich vorbereitet – bereits in den vergangenen Tagen führte Glatteis zu einer erhöhten Zahl von Verletzten.
Selbst alltägliche Dienstleistungen sind betroffen: In vielen Regionen Niedersachsens und teilweise auch in Hamburg wird der Müll nicht abgeholt, weil Entsorgungsfahrzeuge glatte Nebenstraßen nicht gefahrlos befahren können. "Sicherheit steht für uns an erster Stelle", erklärt eine Sprecherin der Hamburger Stadtreinigung.
Häufig gestellte Fragen zu Sturmtief Elli
Wie lange dauert das extreme Winterwetter an?
Die kritischste Phase beginnt in der Nacht zum Freitag und hält voraussichtlich bis Freitagabend an. Besonders heftig wird es zwischen Donnerstagnacht und Freitagmittag, wenn Sturmtief Elli mit voller Kraft über Deutschland hinwegzieht. Die genaue Dauer hängt von der Region ab – während im Nordosten der Schneefall länger anhalten kann, sollte es im Südwesten bereits am Freitagnachmittag wieder abklingen.
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Am heftigsten trifft es Ostdeutschland, den Harz und die Region zwischen Bremen und Hamburg. Hier drohen die größten Schneemengen und die gefährlichsten Schneeverwehungen. Im Süden und Westen Deutschlands ist vor allem die Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen problematisch. Wer in diesen Regionen lebt, sollte besonders vorsichtig sein und möglichst zu Hause bleiben.
Was sollte ich jetzt konkret tun, um mich zu schützen?
Verschiebt alle nicht zwingend notwendigen Fahrten auf die kommende Woche. Falls ihr doch unterwegs sein müsst, plant Sie deutlich mehr Zeit ein und informiert euch vorab über die aktuelle Verkehrslage. Haltet euer Smartphone geladen, packt warme Kleidung, eine Decke und Verpflegung ins Auto. Als Fußgänger solltet ihr festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle tragen und besonders vorsichtig gehen. Ältere Menschen sollten möglichst ganz zu Hause bleiben.