16. November 2021 – 89.0 RTL

Gesundheit

Rauchfreies Deutschland: Extreme Maßnahmen kommen

Bis 2040 soll Deutschland so gut wie rauchfrei werden. Das fordern eine Reihe von Wissenschaftlern. Dafür sollen drastische Maßnahmen eingeführt werden.

Gesundheitsbündnis fordert rauchfreies Deutschland

Die Raucherquote bei Erwachsenen liegt derzeit bei rund 24 Prozent. Bis 2040 soll diese auf fünf Prozent runtergeschraubt werden, bei Jugendlichen sogar auf unter zwei Prozent. Das fordert ein Bündnis aus etwa 50 Gesundheitsorganisationen und Hilfswerken - u. a. die Stiftung Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Kinderhilfswerk und die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Wissenschaftler einen Maßnahmenkatalog mit zehn Punkten ausgearbeitet. Die "Strategie für ein tabakfreies Deutschland 2040" wurde federführend vom Deutschen Krebsforschungszentrum verfasst.

Drastische Maßnahmen

  1. Erhöhung der Tabaksteuer jedes Jahr um mindestens zehn Prozent
  2. Verkaufsbeschränkungen, wie beispielsweise ein Automaten- und Auslageverbot für Tabakwaren
  3. Verbot von Werbung für Zigaretten, Tabakerhitzer oder E-Zigaretten
  4. Verbot von Sponsoring von Events durch die Hersteller der Produkte
  5. Verbot von Spenden aus der Tabakindustrie für politische Parteien
  6. Konsequentes Rauchverbot in Bildungseinrichtungen, Restaurants und Kneipen, Autos sowie auf Spielplätzen und am Arbeitsplatz
  7. Einheitsschachteln ohne Markenlogo für Zigaretten, E-Zigaretten und Liquids

Darüber hinaus sollen diejenigen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, durch entsprechende Programme unterstützt werden.

"Alles andere als utopisch"

Laut Laura Graen vom Deutschen Krebsforschungszentrum, Mitautorin des Strategiepapiers, sind diese Maßnahmen "alles andere als utopisch". Andere Länder hätten sie längst eingeführt.

Doch warum hinkt Deutschland diesbezüglich hinterher? Das liege u. a. an der Nähe der Tabakindustrie zur Politik. So werden beispielsweise Parteitage der CDU und SPD noch immer von der Zigarettenlobby mitfinanziert. Ob sich die politischen Vertreter und Vertreterinnen des Landes auf die geforderten Maßnahmen einlassen, bleibt abzuwarten.

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